81-Milliarden-Deal: Wie Ellison Hollywood mit neun Angeboten eroberte
David Ellison kämpfte sechs Monate lang mit neun Angeboten um Warner Bros. Discovery – und ließ sich von keinem Nein aufhalten.

David Ellison, Sohn von Oracle-Gründer Larry Ellison, hat sich in einem der aufsehenerregendsten Übernahmeduelle der Mediengeschichte durchgesetzt. Sechs Monate lang, neun Angebote und ein Gesamtvolumen von rund 81 Milliarden Dollar: So lässt sich der erbitterte Kampf um Warner Bros. Discovery zusammenfassen. Der Skydance-Media-Chef bewies dabei eine Hartnäckigkeit, die selbst erfahrene Wall-Street-Veteranen überraschte.
Ellison hatte zunächst die Fusion seiner Produktionsfirma Skydance Media mit dem deutlich größeren Medienkonzern Paramount abgeschlossen. Kaum war diese Transaktion unter Dach und Fach, richtete er seinen Blick auf das nächste Ziel: Warner Bros. Discovery, das Medienimperium hinter HBO, CNN und zahlreichen weiteren Marken. Sein erstes Übernahmeangebot wurde vom Warner-Management abgelehnt – ebenso das zweite und das dritte.
Zaslav schweigt, Ellison kämpft weiter
Besonders pikant: Als Ellison sein sechstes Angebot vorlegte, reagierte Warner-Vorstandschef David Zaslav nicht einmal mehr auf seine Textnachrichten. Das hielt den Skydance-Chef nicht ab. Er erhöhte den Druck, besserte seine Konditionen nach und wechselte schließlich die Taktik.
Ellison wandte sich direkt an die Aktionäre von Warner Bros. Discovery und drohte mit einem kostenintensiven Proxy-Fight – einem Kampf um Stimmrechte auf der Hauptversammlung. Gleichzeitig mobilisierte er politische Verbündete aus dem Umfeld von Präsident Donald Trump für gezielte Lobbyarbeit. Das bestehende Term Sheet behandelte er dabei wie ein Dokument ohne Bestandsschutz.
Der entscheidende Wendepunkt kam, als Warner Bros. Discovery offiziell ein Konkurrenzangebot von <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix annahm. Doch selbst das brachte Ellison nicht zum Einlenken. Er blieb im Rennen, besserte erneut nach und setzte die Gegenseite weiter unter Druck.
Medienkonzentration in Hollywood auf neuem Niveau
Der Deal steht exemplarisch für den tiefgreifenden Wandel in der US-Medienlandschaft. Streaming-Plattformen wie Netflix, der anhaltende Rückgang des linearen Fernsehens und milliardenschwere Investoren wie die Ellison-Familie verändern die Machtstrukturen in Hollywood grundlegend. Eine erfolgreiche Übernahme von Warner Bros. Discovery hätte der Familie Ellison die Kontrolle über ein Medienimperium mit Marken wie HBO, CNN, DC Comics und dem Filmstudio Warner Bros. verschafft.
Für deutsche Anleger und Medienbeobachter verdeutlicht dieser Fall: Die Konsolidierung in der globalen Unterhaltungsindustrie schreitet ungebremst voran. Wer die Kontrolle über Inhalte und Distributionskanäle gewinnt, sichert sich entscheidende Wettbewerbsvorteile im Kampf um Abonnenten und Werbeeinnahmen weltweit.
