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Cannabis-Aktien treten trotz US-Umstufung weiter auf der Stelle

Der globale Cannabis-Index erholt sich im Mai leicht, bleibt aber seit Jahresbeginn deutlich im Minus.

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Cannabis-Aktien treten trotz US-Umstufung weiter auf der Stelle

Der New Cannabis Ventures Global Cannabis Stock Index (GCSI) hat sich im Mai leicht erholt und stieg um 1,1% auf 5,76 Punkte. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Index jedoch ein Minus von 12,6%. Damit bleibt der Cannabissektor trotz eines historischen regulatorischen Meilensteins in den USA weiterhin unter Druck.

Im zweiten Quartal legte der GCSI bislang um 9,9% zu – ein Zuwachs, der jedoch hinter dem Gewinn des S&P 500 von 12,8% im gleichen Zeitraum zurückbleibt. Von den derzeit 23 im Index enthaltenen Titeln haben 14 eine geringere Rendite als der Gesamtindex erzielt. SMG wurde Ende April nach dem Verkauf der Hawthorne-Gardening-Sparte aus dem Index entfernt.

MSOs als Gewinner der Umstufungsnews

Besonders stark entwickelten sich die sogenannten Multi-State Operators (MSOs) – also US-amerikanische Cannabisunternehmen, die in mehreren Bundesstaaten tätig sind. Derzeit sind sechs MSOs im Index vertreten, die im Durchschnitt um 38,1% zugelegt haben. Die Rallye setzte im Vorfeld und nach den Gesprächen über die große Ankündigung zur Umstufung am 22. April ein.

Der AdvisorShares Pure US Cannabis ETF (MSOS), der ausschließlich in US-amerikanische Cannabisunternehmen investiert, hat seit Ende März sogar 48,5% gewonnen und liegt im Jahr 2026 bisher um 11,7% im Plus. Neben den sechs MSOs zählt auch Canopy Growth, das über US-Investitionen engagiert ist, zu den Gewinnern im zweistelligen Bereich im zweiten Quartal. Zwei Titel im Index sind hingegen drastisch gefallen.

Historische Umstufung von Cannabis in den USA

Der Hintergrund der Kursrallye bei den MSOs ist eine wegweisende regulatorische Entscheidung: Die USA haben medizinisches Cannabis am 23. April von Anhang I (Schedule I) in Anhang III (Schedule III) umgestuft. Diese Neueinstufung hat weitreichende steuerliche Konsequenzen für die Branche, denn sie hebt die sogenannte 280E-Besteuerung für einen Teil der Geschäftstätigkeit von Cannabisunternehmen auf.

Die 280E-Regelung des US-Steuerrechts untersagte Cannabisunternehmen bislang, die meisten Betriebsausgaben steuerlich abzusetzen – eine erhebliche finanzielle Belastung, die Unternehmen der Branche gegenüber anderen Sektoren stark benachteiligte. Das US-Justizministerium wird ab Ende Juni Anhörungen abhalten, um eine potenzielle Umstufung auch für den Genussmittelkonsum von Erwachsenen zu prüfen.

Falls diese weitere Umstufung verabschiedet wird, würde die gesamte 280E-Besteuerung entfallen – ein positives Signal für Cannabisunternehmen, deren Investoren sowie für Dienstleistungsunternehmen, die die Branche bedienen. Noch ist jedoch unklar, wie das Ergebnis dieser Anhörungen ausfallen wird. Offen bleibt auch die Frage, wie mit in der Vergangenheit nicht gezahlten 280E-Steuern verfahren wird, die als Verbindlichkeiten in den Büchern geführt werden.

Offene Baustellen und Ausblick

Neben der Steuerfrage gibt es weitere ungelöste regulatorische Themen: Weder der SAFER Banking Act – ein Gesetz, das Banken die Zusammenarbeit mit Cannabisunternehmen erleichtern soll – noch die Möglichkeit eines Up-Listings an größere US-Börsen haben bislang einen Abschluss gefunden. Beide Themen gelten als wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltige Erholung des Sektors.

Alan Brochstein, CFA, Gründer von New Cannabis Ventures und der Due-Diligence-Plattform 420 Investor, gab in seinem wöchentlichen Newsletter bekannt, dass er sich nach mehr als zehn Jahren an der Spitze von NCV und über einem Jahrzehnt bei 420 Investor im Prozess der beruflichen Neuorientierung befindet. NCV hat die laufende Nachrichtenveröffentlichung eingestellt, aktualisiert jedoch weiterhin den Finanzkalender sowie das Umsatz-Ranking der Branche. Der Bärenmarkt im Cannabissektor begann laut Brochstein Anfang 2021 und dauert damit bereits mehrere Jahre an.

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