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DEA-Anhörung zu Cannabis: Was Investoren jetzt wissen müssen

Die DEA prüft die Neueinstufung von Cannabis – ein Wendepunkt für Investoren und die gesamte US-Cannabisbranche.

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DEA-Anhörung zu Cannabis: Was Investoren jetzt wissen müssen

Die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA hält am 29. Juni eine mit Spannung erwartete Verwaltungsanhörung ab, um die Neueinstufung von Cannabis zu prüfen. Bereits eine frühere Anordnung hatte staatlich lizenziertes medizinisches Cannabis in die Kategorie Schedule III verschoben. Diese umfassendere Sitzung befasst sich nun mit der Zukunft des gesamten Marktes – einschließlich des Handels für den Freizeitgebrauch durch Erwachsene.

Für Investoren markiert dieser Moment einen potenziellen Wendepunkt. Der Übergang von einem stark stigmatisierten, fragmentierten Sektor zu einem legitimen, integrierten Bestandteil der Gesamtwirtschaft schafft neue Anlageparadigmen. Branchenexperten identifizieren dabei vier zentrale Anlagethesen, um die sich verändernde Landschaft zu navigieren.

Infrastruktur als entscheidender Engpass

Die vorherrschende Meinung unter Branchenexperten ist, dass die lukrativsten langfristigen Chancen nicht in den politischen Veränderungen selbst liegen, sondern im Aufbau grundlegender Strukturen, die der US-Cannabisindustrie derzeit fehlen. Selbst wenn die DEA alle Formen von Cannabis in Schedule III verschiebt, wird sich die betriebliche Realität für Unternehmen nicht über Nacht normalisieren. Apotheken und Anbaubetriebe werden weiterhin mit Hindernissen beim Geschäftsbanking, bei Zahlungsabwicklungssystemen und bei grenzüberschreitenden Prüfrahmen konfrontiert sein.

Genau hier setzt der SAFER Banking Act an, den parteiübergreifende Gruppen aus Senat und Repräsentantenhaus zuletzt erneut eingebracht haben. Das Gesetz zielt darauf ab, den Zugang der Cannabisindustrie zu Finanzdienstleistungen zu verbessern. Adam Stettner, CEO von FundCanna, warnte jedoch gegenüber dem Investing News Network (INN): „Der SAFE Banking Act hat das Repräsentantenhaus bereits sieben Mal passiert, und sieben Mal ist er nicht zum Gesetz geworden. Niemand sollte die Einbringung mit dem Abschluss verwechseln."

Stettner sieht dennoch Anzeichen für eine veränderte Dynamik: „Was sich dieses Mal anders anfühlt, ist der breitere Hintergrund. Es gibt eine echte Dynamik bei der Cannabisreform auf Bundesebene, und der Vorsitzende des Bankenausschusses des Senats, Tim Scott, hat sich öffentlicher mit dem Problem des Cannabis-Bankwesens befasst, als wir es in der Vergangenheit gesehen haben." Er ergänzte: „Für die Betreiber geht es nicht nur um die Eröffnung von Bankkonten. Es geht um Schritte hin zu einer normalisierten Finanzinfrastruktur, sichereren Zahlungen, weniger Reibungsverlusten und besserem Zugang zu Krediten."

Steuerreform könnte Cashflows massiv freisetzen

Ein weiterer zentraler Aspekt für Investoren ist der sogenannte Abschnitt 280E des US-amerikanischen Internal Revenue Code. Diese Regelung untersagt es legalen Cannabisbetreibern, Standard-Betriebsausgaben steuerlich geltend zu machen – mit gravierenden Folgen: Die effektiven Steuersätze für konforme Betreiber können auf bis zu 70 Prozent steigen.

Eine erfolgreiche Neueinstufung in Schedule III würde die 280E-Belastung eliminieren und die effektiven Steuersätze näher an das Standardniveau von 21 Prozent für US-Unternehmen angleichen. Dieses regulatorische De-Risking hätte massive Auswirkungen auf die Cashflows der Branche. Betreiber hätten dann den nötigen Spielraum, um zu skalieren, in lokale Gemeinschaften zu reinvestieren und ihre Bilanzen zu verbessern.

Wildcard: Der Milliardenmarkt für Hanf-THC

Während die Neueinstufungsdebatte die Schlagzeilen dominiert, entwickelt sich parallel ein weiterer Konflikt: Der US-Markt für aus Hanf gewonnenes THC wird auf 28 Milliarden US-Dollar geschätzt. Aus Hanf gewonnene Getränke und Konsumgüter haben eine robuste Lieferkette aufgebaut und sind in Mainstream-Einzelhandelsregalen im ganzen Land vertreten.

Dieses Segment birgt jedoch akute regulatorische Risiken. Der Kongress steht unter massivem Druck von Interessengruppen, Bundesverbote oder strenge Beschränkungen für aus Hanf gewonnene THC-Produkte einzuführen. Kapitalgeber müssen dieses Risiko bei ihren Investitionsentscheidungen sorgfältig einkalkulieren.

Insgesamt steht die US-Cannabisbranche an einem historischen Scheideweg. Ob die DEA-Anhörung, der SAFER Banking Act oder die Steuerreform – die regulatorischen Weichenstellungen der kommenden Monate dürften die Investitionslandschaft in diesem Sektor grundlegend verändern.

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