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Großbritannien stoppt Ende der Nordsee-Übergewinnsteuer wegen Iran-Konflikt

Steigende Ölpreise durch den Iran-Konflikt zwingen Finanzministerin Rachel Reeves zum Rückzug ihrer Steuerpläne.

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Großbritannien stoppt Ende der Nordsee-Übergewinnsteuer wegen Iran-Konflikt

Die britische Finanzministerin Rachel Reeves hat ihre Pläne zur vorzeitigen Abschaffung der Übergewinnsteuer auf Nordsee-Öl und -Gas abrupt auf Eis gelegt. Auslöser ist der Preisanstieg an den Energiemärkten infolge des eskalierenden Konflikts im Iran. Reeves hatte ursprünglich in dieser Woche ein Ende der sogenannten Energy Profits Levy ankündigen wollen, die planmäßig erst im März 2030 ausläuft.

Dies bestätigte ein Regierungsvertreter, der anonym blieb, da die Pläne noch nicht offiziell kommuniziert worden waren. Die steigenden Ölpreise hätten Reeves gezwungen, den Vorschlag zurückzuziehen. Am Mittwochnachmittag traf sich die Finanzministerin dennoch mit Vertretern der Öl- und Gasindustrie, darunter der Energieriese BP, das Unternehmen Adura sowie der Branchenverband Offshore Energies UK.

Hintergrund: Eine Steuer mit politischer Geschichte

Die Übergewinnsteuer wurde von der damaligen konservativen Regierung nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine eingeführt. Der Krieg hatte einen massiven Anstieg der Energiepreise ausgelöst und außerordentliche Gewinne bei Öl- und Gaskonzernen generiert. Obwohl die Preise seitdem deutlich gefallen sind, wurde die Abgabe mehrfach verlängert und erhöht.

Der nominale Gesamtsteuersatz für die Branche beläuft sich dadurch inzwischen auf 78 Prozent – ein außergewöhnlich hoher Wert im internationalen Vergleich. Der Branchenverband Offshore Energies UK hat wiederholt Änderungen an der Steuer gefordert und auf die negativen Auswirkungen für Investitionen in der Nordsee hingewiesen.

Bedeutung für den Energiesektor

Für deutsche Beobachter ist die Entwicklung relevant, da die Nordsee eine wichtige Energiequelle für Nordwesteuropa darstellt. Geringere Investitionen in britische Öl- und Gasfelder könnten langfristig das Angebot auf dem europäischen Energiemarkt beeinflussen. Die britische Regierung steht nun vor dem Dilemma, die Industrie zu entlasten, ohne in einem angespannten geopolitischen Umfeld den Eindruck zu erwecken, Energiekonzerne zu begünstigen.

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