Netflix vs. Paramount: Wer bietet mehr für Warner Bros Discovery?
Ein detaillierter Zahlenvergleich zeigt, wo die konkurrierenden Übernahmegebote für Warner Bros Discovery entscheidend voneinander abweichen.

<a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix hat sich am Donnerstag aus dem Bieterwettbewerb um Warner Bros Discovery zurückgezogen. Der Streaming-Riese erklärte, sein Angebot sei finanziell nicht mehr attraktiv, nachdem Paramount Skydance sein Gebot auf 31 Dollar je Aktie erhöht hatte. Ein direkter Vergleich beider Angebote offenbart erhebliche Unterschiede in Bewertung, Finanzierung und strategischer Ausrichtung.
Netflix hatte ursprünglich 27,75 Dollar je Aktie in bar geboten – ein Aufschlag von 121,3 Prozent auf den Schlusskurs von Warner Bros Discovery vom 10. September. Paramount Skydance überbot dies mit einem Aufschlag von 147 Prozent auf den unbeeinflussten Aktienkurs. Damit war das Paramount-Angebot für die Aktionäre schlicht attraktiver.
Bewertung und Finanzierung im Vergleich
Beim Unternehmenswert (Enterprise Value) liegt Paramount Skydance mit 111 Milliarden Dollar deutlich vor Netflix, das Warner Bros auf 82,7 Milliarden Dollar taxiert hatte. Der Eigenkapitalwert beläuft sich beim Paramount-Angebot auf 80,6 Milliarden Dollar, bei Netflix auf 72,0 Milliarden Dollar. Auch bei den geplanten Synergien zeigt sich ein klares Bild: Während Netflix jährliche Einsparungen von 2 bis 3 Milliarden Dollar in Aussicht stellte, verspricht das fusionierte Paramount-Skydance-Unternehmen mehr als 6 Milliarden Dollar.
Bei der Finanzierung setzt Netflix auf Fremdkapital von bis zu 59 Milliarden Dollar über die Banken Wells Fargo, BNP Paribas und HSBC sowie eigene Barmittel. Paramount Skydance hingegen finanziert sein überarbeitetes Angebot vollständig durch erhöhte Eigenkapitalzusagen in Höhe von 45,7 Milliarden Dollar – ohne Bankkredit.
Breakup Fees und betroffene Assets
Auch bei den Trennungsgebühren, den sogenannten Breakup Fees, unterscheiden sich die Angebote. Netflix hätte im Falle eines Scheiterns 5,8 Milliarden Dollar zahlen müssen, Warner Bros seinerseits 2,8 Milliarden Dollar. Paramount Skydance hat eine Trennungsgebühr von 7 Milliarden Dollar vereinbart.
Hinsichtlich der betroffenen Vermögenswerte zielt das Paramount-Angebot auf das gesamte Unternehmen Warner Bros Discovery ab – inklusive Film, Fernsehen, Streaming, Gaming und Kabelsender wie HBO. Netflix hatte sich lediglich auf die Studio- und Streaming-Assets sowie die HBO-Bibliothek konzentriert. Beim Streaming bringt Netflix über 325 Millionen Abonnenten mit, Paramount Skydance kommt auf 79,1 Millionen.
Politisch sorgte der Deal ebenfalls für Aufsehen. US-Präsident Donald Trump erklärte, er habe sich trotz Anrufen beider Seiten nicht in den Prozess eingemischt. Paramount Skydance-CEO David Ellison hatte Trump-Lob erhalten, während Trump CBS und dessen neue Eigentümer öffentlich kritisierte.
