Netflix zieht sich zurück: Paramount gewinnt Bieterkampf um Warner Bros. Discovery
Der Verwaltungsrat von WBD stuft das Paramount-Angebot von 31 Dollar je Aktie als überlegen ein.

<a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix hat sich aus dem Rennen um Warner Bros. Discovery (WBD) zurückgezogen. Der Verwaltungsrat des traditionsreichen Medienkonzerns erklärte am Donnerstag das überarbeitete Angebot von Paramount Skydance für überlegen – und beendete damit eine monatelange Bieterschlacht um eines der bedeutendsten Medienunternehmen Hollywoods.
Paramount hatte sein Gebot zuletzt auf 31 Dollar je Aktie erhöht, nach zuvor 30 Dollar – vollständig in bar und für das gesamte Unternehmen. Damit übertraf es die Netflix-Offerte von 27,75 Dollar je Aktie, die sich lediglich auf die Studio- und Streaming-Sparten von WBD bezogen hatte. Das Paramount-Angebot umfasst auch die Pay-TV-Sender CNN, TBS und TNT.
Netflix hatte ursprünglich vier Geschäftstage Zeit erhalten, um sein Angebot angesichts des überlegenen Paramount-Gebots nachzubessern. Der Streaming-Riese entschied sich jedoch dagegen und zog sein Angebot zurück – womit der Schlusspunkt unter eine langwierige Übernahmesaga gesetzt wurde.
Milliardenschwere Absicherung für den Deal
Das Paramount-Angebot enthält eine sogenannte Break-up-Fee von 7 Milliarden Dollar für den Fall, dass die geplante Fusion keine regulatorische Genehmigung erhält. Darüber hinaus erklärte sich Paramount bereit, die Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die WBD andernfalls an Netflix hätte zahlen müssen.
Netflix-Chef Ted Sarandos hatte WBD letzte Woche eine siebentägige Fristverlängerung gewährt, um Gespräche mit Paramount wieder aufzunehmen. Gegenüber CNBC erklärte Sarandos, dies diene der Klarheit für die Aktionäre – ob Netflix sein eigenes Angebot erhöhen würde, ließ er dabei offen. Am Donnerstag nahm Sarandos zudem an Treffen im Weißen Haus teil, um den potenziellen Zusammenschluss zu erörtern.
Märkte reagieren gespalten
Die Reaktion an den Märkten fiel eindeutig aus: Die Netflix-Aktie legte im nachbörslichen Handel um 10 Prozent zu – Investoren werteten den Rückzug offenbar als Kostendisziplin. Paramount-Papiere stiegen um 5 Prozent. Die Aktie von Warner Bros. Discovery hingegen gab um 2 Prozent nach.
Für deutsche Anleger ist der Deal vor allem aus medienpolitischer Sicht bedeutsam: Eine Fusion von Paramount und WBD würde einen der größten Medienkonzerne der Welt schaffen – mit erheblichem Einfluss auf den globalen Streaming- und TV-Markt. Die regulatorische Prüfung durch US-Behörden dürfte entscheidend sein.
