BlackRock-Konsortium will CK Hutchison-Hafendeal ohne Panama abschließen
Nach der Beschlagnahme der Panama-Terminals treibt ein BlackRock-Konsortium den milliardenschweren Hafendeal ohne diese Vermögenswerte voran.

Ein von BlackRock unterstütztes Konsortium verhandelt laut einem Bericht der Financial Times über den Abschluss der milliardenschweren Übernahme des globalen Hafengeschäfts von CK Hutchison – jedoch ohne die beiden umstrittenen Terminals am Panamakanal. Die schweizerisch-italienische Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) und der US-Vermögensverwalter BlackRock führen demnach Gespräche mit dem Hongkonger Mischkonzern über den Erwerb von rund 41 Häfen in Europa, Südostasien und dem Nahen Osten. Reuters konnte den FT-Bericht bislang nicht unabhängig bestätigen. BlackRock, MSC und CK Hutchison reagierten auf Anfragen nicht.
Der Hintergrund: Im Januar erklärte das oberste Gericht Panamas die Konzession für die Hutchison-Terminals am Panamakanal für verfassungswidrig. Daraufhin übernahmen die panamaischen Behörden im vergangenen Monat die Kontrolle über die Anlagen. Die Hutchison-Tochter Panama Ports Company hat inzwischen ein internationales Schiedsverfahren gegen den zentralamerikanischen Staat eingeleitet.
Ursprünglicher Deal über 23 Milliarden Dollar
Das ursprüngliche Geschäft, das im vergangenen Jahr angekündigt wurde, hatte ein Volumen von 23 Milliarden Dollar. In diesem Rahmen hätte BlackRock die Kontrolle über die Panama-Vermögenswerte übernommen, während MSC den Großteil des verbleibenden Portfolios erhalten hätte. Die beiden Panamakanal-Häfen bildeten dabei das strategische Herzstück der Transaktion.
CK Hutchison strebt den Verkauf seines gesamten Hafengeschäfts außerhalb Chinas an. Dieses umfasst insgesamt 43 Terminals in 23 Ländern weltweit. Der Konzern ist damit einer der größten privaten Hafenbetreiber der Welt.
Die Verhandlungen über eine angepasste Struktur des Deals zeigen, dass beide Seiten trotz der juristischen Komplikationen in Panama an der Transaktion festhalten wollen. Für deutsche Anleger ist der Deal relevant, da CK Hutchison auch bedeutende Hafeninfrastruktur in Europa betreibt – darunter Terminals in Hamburg und anderen wichtigen europäischen Häfen.
