IAC verkauft Care.com für 320 Millionen Dollar an Private Equity
Barry Dillers Medienkonglomerat trennt sich vom Online-Pflegemarktplatz – mit deutlichem Verlust gegenüber dem Kaufpreis von 2020.

Barry Dillers IAC hat sich auf den Verkauf von Care.com an den kalifornischen Finanzinvestor Pacific Avenue Capital Partners geeinigt. Der Kaufpreis beträgt 320 Millionen Dollar. Damit bestätigt das Medienkonglomerat einen zuvor vom Wall Street Journal veröffentlichten Bericht.
IAC hatte die Online-Plattform, die Pflegekräfte an Privathaushalte vermittelt, im Februar 2020 für 500 Millionen Dollar übernommen. Der nun erzielte Verkaufspreis liegt damit um 180 Millionen Dollar unter dem damaligen Kaufpreis – ein erheblicher Wertverlust innerhalb von rund fünf Jahren.
Strategische Neuausrichtung bei IAC
Der Verkauf passt zur aktuellen Strategie von IAC, sich auf Kernbeteiligungen zu konzentrieren. Das Unternehmen hält eine Beteiligung am Casino- und Hotelkonzern MGM Resorts International sowie ein Portfolio aus Magazinen und Digitalverlagen unter der Dachmarke People Inc. Nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte sollen veräußert werden, sofern dies wirtschaftlich sinnvoll erscheint.
Pacific Avenue Capital Partners ist auf sogenannte Carve-outs spezialisiert – also den Erwerb von Unternehmenseinheiten, die aus größeren Konzernen herausgelöst werden. Die in Kalifornien ansässige Beteiligungsgesellschaft fokussiert sich dabei auf mittelständische Unternehmen.
Vorgeschichte mit Qualitätsproblemen
Care.com hatte bereits vor der IAC-Übernahme mit Reputationsproblemen zu kämpfen. Die Plattform geriet in die Kritik, weil Pflegekräfte unzureichend überprüft worden waren. Das Unternehmen stimmte in der Folge der Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von einer Million Dollar zu – im Zusammenhang mit Vorwürfen über irreführende Hintergrundüberprüfungen und weitere Mängel bei der Sorgfaltspflicht.
Für deutsche Anleger ist der Deal ein weiteres Beispiel dafür, wie Private-Equity-Gesellschaften gezielt Unternehmenseinheiten aus Konglomeraten herauslösen. IAC-Aktien notierten zuletzt mit einem Minus von rund 2,5 Prozent.
