BlueScope lehnt 11-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot von Steel Dynamics ab
Der australische Stahlkonzern BlueScope hält das revidierte Angebot von Steel Dynamics und SGH für unzureichend.

BlueScope Steel (ASX: BSL) hat ein überarbeitetes Übernahmeangebot des US-Stahlherstellers Steel Dynamics (Nasdaq: STLD) und des australischen Mischkonzerns SGH abgelehnt. Der Vorstand erklärte, das Angebot reiche nicht aus, um den Aktionären eine Annahme empfehlen zu können. Gleichzeitig signalisierte BlueScope Gesprächsbereitschaft, sofern die Bieter auf bestimmte Bedenken eingehen.
Das überarbeitete Angebot bewertet den Eigenkapitalwert von BlueScope mit rund 11 Milliarden US-Dollar. Steel Dynamics und SGH hatten das Angebot in der vergangenen Woche nachgebessert, erklärten jedoch, es nicht erneut erhöhen zu wollen – es sei denn, ein Konkurrenzbieter trete auf den Plan. Dies erhöht den Druck auf BlueScope erheblich.
Hintergrund: Fünf Gebote seit Ende 2024
Die aktuelle Ablehnung markiert eine weitere Eskalation in einer bereits langwierigen Übernahmekampagne. Steel Dynamics war seit Ende 2024 an insgesamt fünf Geboten für BlueScope beteiligt. Im Zentrum des Interesses steht ein Stahlwerk in Delta, Ohio, das BlueScope besitzt und das für Steel Dynamics strategisch besonders wertvoll ist.
Der Zeitpunkt ist dabei kein Zufall: US-Importzölle auf Stahl treiben die Nachfrage nach lokal produziertem Stahl in die Höhe. Für Steel Dynamics wäre die Übernahme des Ohio-Werks damit ein strategischer Vorteil im heimischen Markt. Das Werk würde unmittelbar vom aktuellen Zollumfeld profitieren.
Komplexe Dealstruktur mit SGH als Mittler
Die geplante Transaktion sieht eine ungewöhnliche Struktur vor: SGH würde zunächst sämtliche Vermögenswerte von BlueScope erwerben und anschließend das Nordamerika-Geschäft an Steel Dynamics weiterverkaufen. SGH würde damit die übrigen internationalen BlueScope-Aktivitäten behalten. Diese Konstruktion ermöglicht es Steel Dynamics, gezielt die US-Aktivitäten zu übernehmen, ohne den gesamten Konzern kaufen zu müssen.
Für deutsche Anleger ist die Situation relevant, da BlueScope zu den bedeutenden globalen Stahlproduzenten zählt und die Übernahmedynamik den internationalen Stahlsektor beeinflusst. Die Ablehnung lässt weitere Verhandlungen oder ein erhöhtes Angebot möglich erscheinen. Wie BlueScope mitteilte, bleibt man grundsätzlich offen für Gespräche.
