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BayWa verkauft Cefetra: Entschuldung jetzt bei 1,3 Milliarden Euro

Der angeschlagene Agrarkonzern BayWa macht beim Schuldenabbau entscheidende Fortschritte – doch ein zentraler Baustein wackelt.

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BayWa verkauft Cefetra: Entschuldung jetzt bei 1,3 Milliarden Euro

Der Münchner Agrarhandelskonzern BayWa hat den niederländischen Getreidehändler Cefetra erfolgreich verkauft – im zweiten Anlauf. Ein Investoren-Konsortium übernimmt das Unternehmen für 125 Millionen Euro. Durch die Transaktion kann BayWa seine Gesamtverschuldung um mehr als 600 Millionen Euro reduzieren.

Der erste Verkaufsversuch war noch gescheitert: Der ursprüngliche Käufer konnte die Übernahme nicht finanzieren. Nun hat BayWa den Deal erfolgreich abgeschlossen und damit einen wichtigen Meilenstein im laufenden Sanierungsprozess erreicht. Insgesamt hat der Konzern seine Verbindlichkeiten durch Tochterverkäufe inzwischen um 1,3 Milliarden Euro gesenkt.

Sanierungsplan: Vier Milliarden Euro Schuldenabbau als Ziel

Sanierungsvorstand Michael Baur verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Die Gesamtverschuldung von BayWa soll um vier Milliarden Euro sinken, damit Zins- und Tilgungszahlungen den Konzern nicht länger überlasten. Als nächster Schritt steht der Verkauf des börsennotierten neuseeländischen Apfelanbauers Turners & Growers (T&G Global) an. Insider schätzen, dass dieser Deal weitere 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen könnte.

Doch beim größten und wichtigsten Baustein des Sanierungsplans mehren sich die Sorgen. Der Wind- und Solarpark-Entwickler BayWa r.e., an dem BayWa die Mehrheit hält, kämpft mit einem deutlichen Geschäftsrückgang. Hintergrund: Sowohl die USA als auch Europa investieren weniger in erneuerbare Energien, was die Erlöse des Tochterunternehmens erheblich belastet.

BayWa r.e. als Risikofaktor für die Sanierung

Der geplante Verkauf von BayWa r.e. ist bis 2028 anvisiert und sollte eigentlich den größten Entschuldungsbeitrag liefern. Durch den Einbruch im Erneuerbaren-Sektor drohen die erwarteten Verkaufserlöse jedoch deutlich geringer auszufallen als ursprünglich kalkuliert. Das könnte das gesamte Sanierungskonzept unter Druck setzen.

Belastbare Zahlen erwartet der Markt in den kommenden Wochen. Bereits Anfang Februar hatte BayWa vorsorglich gewarnt, das Sanierungskonzept möglicherweise überarbeiten zu müssen, und führt dazu Gespräche mit Banken sowie Eigentümern. Für Privatanleger bleibt die Aktie damit ein Wert mit erheblichen Unsicherheiten – der Fortschritt beim Schuldenabbau ist real, das Restrisiko aber ebenso.

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