Stripe erwägt offenbar Übernahme von PayPal – Aktie springt 7%
Bloomberg berichtet über vorläufiges Interesse des Zahlungsdienstleisters Stripe an einer möglichen Übernahme von PayPal.

Der nicht börsennotierte Zahlungsdienstleister Stripe hat laut einem Bloomberg-Bericht vorläufiges Interesse an einer Übernahme von PayPal oder Teilen des Unternehmens bekundet. Die PayPal-Aktie reagierte umgehend und schloss fast 7 Prozent höher. PayPal weist derzeit laut LSEG-Daten eine Marktbewertung von über 40 Milliarden US-Dollar auf.
Stripe selbst wurde erst am Dienstag im Rahmen eines Übernahmeangebots für Mitarbeiter und Aktionäre mit 159 Milliarden US-Dollar bewertet – ein Vielfaches des aktuellen PayPal-Börsenwerts. Das Unternehmen ermöglicht Firmen weltweit, Zahlungen anzunehmen, Auszahlungen vorzunehmen und Finanzprozesse zu automatisieren. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Reuters konnte die Meldung nicht unabhängig verifizieren.
PayPal unter Druck: CEO-Wechsel und schwache Prognose
Die möglichen Übernahmeinteressen treffen PayPal in einer schwierigen Phase. Anfang Februar setzte der Verwaltungsrat CEO Alex Chriss ab, der das Unternehmen durch eine Phase verlangsamten Wachstums und zunehmenden Wettbewerbs führen sollte. Der Board begründete den Schritt damit, dass das Tempo der Transformation unter Chriss hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei.
Zum Nachfolger wurde Verwaltungsratsvorsitzender Enrique Lores als Präsident und Chief Executive Officer ernannt. Zuvor hatte PayPal eine verhaltene Gewinnprognose für 2026 vorgelegt, die deutlich unter den Schätzungen der Wall Street lag. Als Belastungsfaktoren nannte das Unternehmen schwächere Einzelhandelsausgaben, hohe Zinssätze sowie anhaltend hohe Lebenshaltungskosten.
Wettbewerb durch Apple und Google setzt PayPal zu
Investoren sorgen sich seit Jahren, dass Big-Tech-Akteure wie Apple und Google mit ihren Bezahldiensten den Marktanteil von PayPal im Kerngeschäft gefährden könnten. Zwar bleibt PayPal der langjährige Marktführer im digitalen Zahlungsverkehr, doch der Wachstumsschub aus der Pandemie ist längst abgeflaut. Trotz mehrjähriger Turnaround-Bemühungen fiel es dem Unternehmen schwer, die damalige Dynamik aufrechtzuerhalten.
Für deutsche Anleger ist die Situation besonders relevant: PayPal zählt zu den meistgenutzten Online-Bezahlmethoden hierzulande. Eine mögliche Übernahme durch Stripe würde den Markt für digitale Zahlungen grundlegend umgestalten – sollten die Berichte zutreffen.
