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Globaler M&A-Boom 2026: KI treibt Rekorddeals, Kapital wird knapp

Der weltweite Fusionsmarkt erreicht neue Höhen – doch knappes Kapital zwingt Unternehmen zur Selektivität.

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Globaler M&A-Boom 2026: KI treibt Rekorddeals, Kapital wird knapp

Der globale Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A) erlebt eine beispiellose Hochphase. Der Gesamtwert der Transaktionen stieg im Jahr 2025 laut dem Marktforschungsunternehmen Pitchbook um fast 40 Prozent auf einen Rekordwert von 4,9 Billionen US-Dollar. Damit wurde der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2021 von 4,86 Billionen Dollar übertroffen – sowohl die Anzahl als auch das Volumen der Deals erreichten neue Bestmarken.

Der Aufschwung beschleunigte sich, als die Zentralbanken die Zinsen senkten, Bewertungen stiegen und Unternehmen ihre Ausgaben für künstliche Intelligenz massiv erhöhten. Selbst Trumps weitreichende Zölle, die Anfang 2025 Akquisitionen und Börsengänge kurzzeitig ausbremsten, konnten den Trend nicht dauerhaft stoppen. Die Wall Street hat angesichts niedrigerer Kreditkosten ihren Appetit auf Großtransaktionen zurückgewonnen.

Eine Umfrage von Bain & Company unter 300 M&A-Verantwortlichen zeigt: 80 Prozent erwarten, die Deal-Aktivität in diesem Jahr beizubehalten oder zu steigern. Als Hauptgründe nennen sie verbesserte makroökonomische Bedingungen und einen wachsenden Rückstau an Private-Equity- und Venture-Capital-Assets, die auf einen Exit warten.

KI als zentraler Dealmotor

Künstliche Intelligenz steht im Mittelpunkt des M&A-Booms. Mega-Deals mit einem Wert von mehr als 5 Milliarden Dollar machten laut Bain über 73 Prozent des Anstiegs im Transaktionsvolumen 2025 aus. Die Zahl der Deals über der 10-Milliarden-Dollar-Marke stieg auf 60 – der höchste Stand seit 2021. Viele Unternehmen entscheiden sich, KI-Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette zuzukaufen statt selbst zu entwickeln.

Die Investitionsausgaben der US-Hyperscaler beliefen sich zwischen dem ersten Quartal 2024 und dem dritten Quartal 2025 laut Goldman Sachs auf durchschnittlich 760 Millionen Dollar pro Tag. Goldman schätzt, dass bis 2030 weitere 65 Gigawatt an Rechenzentrumskapazität ans Netz gehen – mehr als das Doppelte der zwischen 2019 und 2024 hinzugefügten Kapazität. Die Nachfrage nach Rechenleistung in den Bereichen digitale Infrastruktur, Energie, Halbleiter und Hardware treibt dabei zahlreiche Transaktionen an.

Goldman Sachs führte im vergangenen Jahr das globale M&A-Ranking an und beriet bei fast 40 Deals mit einem Gesamtvolumen von 1,48 Billionen Dollar. Laut Reuters – unter Berufung auf LSEG-Daten, die bis ins Jahr 1980 zurückreichen – war dies die volumenstärkste Periode für Mega-Deals in der Geschichte.

Kapitalknappheit zwingt zur Selektivität

Trotz des Deal-Rausches bleibt eine zentrale Herausforderung bestehen: Der Pool an verfügbarem Kapital ist historisch dünn. Der Anteil des für M&A bereitgestellten Kapitals erreichte laut Bain im Jahr 2025 ein 30-Jahres-Tief, da Unternehmen mehr Barmittel in Dividenden, Aktienrückkäufe, Investitionsausgaben sowie Forschung und Entwicklung lenkten. Führungskräfte verfolgen deshalb nur noch Transaktionen mit klar erkennbaren Renditen.

Privates Kapital rückt dadurch ins Zentrum des Deal-Geschehens. Private-Equity-Gesellschaften setzen ungenutztes Kapital ein, Kreditnehmer wenden sich an private Kreditfonds, und Staatsfonds agieren zunehmend als Lead-Investoren statt als passive Geldgeber. Private Equity macht laut Goldman inzwischen rund 40 Prozent der weltweiten M&A-Aktivitäten aus.

Der Markt für Privatkredite wird derzeit mit rund 2,1 Billionen Dollar bewertet. Goldman Sachs erwartet, dass sich diese Anlageklasse bis 2030 mehr als verdoppeln wird – was den verfügbaren Kapitalpool für große Transaktionen erheblich erweitern würde. Dennoch warnt Brian Levy, Global Deals Industries Leader bei PwC, dass hohe KI-Investitionsausgaben die M&A-Aktivitäten kurzfristig auch einschränken könnten.

Der M&A-Stimmungsindex der Boston Consulting Group erholte sich zwar auf 75 Punkte von seinem Tiefstand Ende 2022, blieb aber deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 100 Punkten. Goldman Sachs stellte in einer eigenen Umfrage unter 600 Investoren fest, dass 57 Prozent Skaleneffekte und strategisches Wachstum als primäre Treiber für Transaktionsentscheidungen in 2026 sehen. Geopolitische Risiken und wirtschaftliche Fragmentierung zwingen Vorstände weltweit dazu, ihre Portfolios grundlegend neu zu bewerten.

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