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Idaho vor Volksabstimmung über medizinisches Cannabis im November

Eine Bürgerinitiative sammelte über 100.000 Unterschriften – Idaho könnte eines der letzten US-Bundesstaaten ohne legales Cannabis werden.

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Idaho vor Volksabstimmung über medizinisches Cannabis im November

Die Wähler im US-Bundesstaat Idaho könnten im November erstmals über die Legalisierung von medizinischem Cannabis abstimmen. Die Natural Medicine Alliance of Idaho hat nach monatelanger Organisationsarbeit mehr als 100.000 Unterschriften gesammelt, um den sogenannten Idaho Medical Cannabis Act für die bevorstehenden Parlamentswahlen zu qualifizieren. Idaho gehört damit zu den wenigen verbliebenen US-Bundesstaaten, in denen Cannabis in keinerlei Form legal ist.

Die Initiative steht nun vor einer entscheidenden Hürde: Bis zum 30. April müssen die staatlichen Behörden die eingereichten Unterschriften verifizieren. Für einen Platz auf dem Stimmzettel sind mindestens 70.725 gültige Unterschriften von registrierten Wählern erforderlich. Zusätzlich müssen geografische Schwellenwerte in mindestens 18 der 35 Wahlbezirke des Bundesstaates erreicht werden.

Streng reguliertes Programm mit begrenzten Lizenzen

Sollte die Initiative im November angenommen werden, könnte der legale Zugang zu medizinischem Cannabis in Idaho bereits ab dem 1. Juli 2027 beginnen. Das Programm wäre dabei außergewöhnlich restriktiv gestaltet: Das staatliche Board of Pharmacy würde laut dem Marijuana Policy Project nicht mehr als drei vertikal integrierte Unternehmen mit insgesamt sechs Einzelhandelsstandorten – sogenannten Dispensaries – lizenzieren.

Bestehende Hanfbetreiber hätten die Möglichkeit, eine Lizenz für Cannabisunternehmen zu beantragen, sofern sie zum Stichtag im Jahr 2022 alle regulatorischen Anforderungen erfüllt haben. Bemerkenswert ist zudem, dass im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten, die kürzlich medizinisches Marihuana legalisiert haben – etwa Nebraska – auch Cannabisblüten in rauchbarer Form zugelassen wären.

Das Programm würde medizinisches Cannabis als Behandlungsoption für Patienten mit diagnostizierten schwerwiegenden Erkrankungen anbieten, darunter die Posttraumatische Belastungsstörung. Befürworter sehen darin vor allem eine regulierte Alternative zu hochgradig suchterzeugendem Opioid-Medikamenten. „Dieser Rahmen würde eine sehr strenge Regulierung und einen beschränkten Zugang ermöglichen, und es handelt sich um ein medizinisches Programm", erklärte Amanda Watson, Sprecherin der Initiative, gegenüber der Idaho Capital Sun.

Watson wies zudem darauf hin, dass viele Einwohner Idahos derzeit die Staatsgrenzen überschreiten, um illegal Cannabisprodukte zu kaufen, da sie diese im eigenen Bundesstaat nicht legal erwerben können.

Heftiger Widerstand aus dem Parlament

Die Bürgerinitiative stößt jedoch auf erheblichen Widerstand seitens der Landesregierung. Das Parlament von Idaho hat bereits eine Resolution verabschiedet, in der die Bürger aufgefordert werden, gegen die Maßnahme zu stimmen. Die Gesetzgeber äußern Bedenken, dass dem vorgeschlagenen Programm angemessene Schutzvorkehrungen fehlen – was ihrer Ansicht nach den Weg für einen weit verbreiteten Freizeitkonsum ebnen könnte.

Kritiker bemängeln darüber hinaus, dass die Initiative die Verwaltungskosten für das Gesundheitsministerium Idahos in die Höhe treiben würde – und das in einer Zeit unsicherer Staatseinnahmen. „Das ist nicht gut für unseren Bundesstaat, es passt nicht zu unseren Werten", sagte Staatssenator Ben Toews gegenüber dem Sender KXLY. Er fügte hinzu, dass die Gesetzgeber über die schädlichen Auswirkungen besorgt seien, die selbst ein begrenzter Zugang zu medizinischem Marihuana mit sich bringen könnte.

Die Abstimmung im November wird zeigen, ob Idaho seinen Status als einer der letzten Cannabis-freien Bundesstaaten der USA aufgibt. Die Entscheidung der Wähler dürfte auch für die Cannabis-Branche insgesamt von Bedeutung sein, da ein Ja-Votum neue Geschäftsmöglichkeiten in einem bislang vollständig verschlossenen Markt eröffnen würde.

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