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77 Cannabis-Lizenzen in Missouri: Fast 900 Bewerber im Endspurt

Knapp 900 Bewerber streiten in Missouri um 77 Microbusiness-Lizenzen für den Marihuana-Markt. Die dritte Lotterie-Runde soll noch vor Jahresende abgeschlossen sein, während neue Regeln die chaotische Lizenzvergabe der Vergangenheit reformieren sollen.

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77 Cannabis-Lizenzen in Missouri: Fast 900 Bewerber im Endspurt

In der letzten Microbusiness-Lotterie von Missouri bewerben sich knapp 900 Interessenten auf lediglich 77 Genehmigungen für den Marihuana-Markt. Wie der „Missouri Independent“ berichtet, ermittelt die staatliche Lotterie am 9. September die erfolgreichen Teilnehmer aus dem Bewerberpool. Der Bundesstaat vergibt mindestens 29 Großhandels- und 34 Einzelhandelslizenzen, um die verfassungsrechtlich geforderte Gesamtzahl von 144 Microbusiness-Genehmigungen zu erreichen. Die zuständigen Behörden streben eine Erteilung der Lizenzen noch vor dem Jahreswechsel an.

Das Programm entstand auf Grundlage des Verfassungszusatzes von 2022, mit dem Missouri den Freizeitkonsum von Cannabis legalisierte. Ziel war es, benachteiligten und unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen bessere Teilhabechancen am regulierten Marihuana-Markt des Bundesstaates zu verschaffen, der auf ein Volumen von 1,5 Milliarden Dollar geschätzt wird. Die Teilnehmer der dritten Runde treten in ein System ein, das nach zwei Jahren von Lizenzentziehungen grundlegend überarbeitet werden musste.

Überarbeitete Richtlinien nach problematischer Lizenzvergabe

Die Missouri Division of Cannabis Regulation widerrief zahlreiche Genehmigungen, weil sie Eigentumsvereinbarungen als verfassungswidrig einstufte – viele dieser Regelungen basierten auf Verträgen, die von den Aufsichtsbehörden als „räuberisch“ bezeichnet wurden. Neue Vorschriften aus dem Mai sollen diese hohe Fluktuationsrate nun eindämmen.

Die aktualisierten Bestimmungen verlangen von den Bewerbern die Absolvierung eines Compliance-Kurses vor der Antragstellung sowie nach dem Erhalt einer Lizenz. Zudem sind die Aufsichtsbehörden nun verpflichtet, direkt mit den Mehrheitseigentümern zu kommunizieren, anstatt mit externen Beratern. Darüber hinaus dürfen die Behörden die Eigentumsverhältnisse bereits vor der Lizenzvergabe prüfen, nicht erst im Nachhinein.

Anhaltende Schwachstellen im Markt

Die neuen Regelungen präzisieren außerdem, was unter dem „mehrheitlichen Besitz und Betrieb“ einer Lizenz zu verstehen ist – eine Vorgabe, die bereits im Verfassungszusatz von 2022 verankert wurde. Zum 18. August waren lediglich 21 Microbusiness-Lizenzen operativ tätig: fünf im Einzelhandel und 16 im Großhandel. Weitere 46 Genehmigungen aus den ersten beiden Runden sind zwar aktiv, jedoch noch nicht für die Betriebsaufnahme freigegeben.

Jimi Poe, Inhaber der 816 Dispensary in Platte City, gehörte zu den ersten Lizenznehmern, die 2023 ausgewählt wurden, und eröffnete Missouris erste operativ tätige Microbusiness-Apotheke. Der gesamte Prozess zog sich über zwei Jahre hin, statt der ursprünglich erwarteten sechs Monate. Poe zufolge bleibt die Herstellung die größte Schwachstelle des gesamten Ökosystems. „Bei der Produktion, der technischen Ausstattung und dem Fachwissen tasten sich die Marktteilnehmer noch immer heran“, erklärte Poe gegenüber dem „Independent“.

Bedeutung für deutsche Cannabis-Investoren

Für Anleger aus Deutschland, die den US-amerikanischen Cannabismarkt verfolgen, verdeutlicht das Fallbeispiel Missouri, wie anspruchsvoll und regulatorisch vielschichtig der Einstieg in diese Branche sein kann. Die immense Nachfrage von fast 900 Bewerbern auf lediglich 77 Lizenzen belegt den außergewöhnlichen Wettbewerbsdruck. Gleichzeitig machen die Lizenzentziehungen und die als „räuberisch“ charakterisierten Vertragsverhältnisse die Risiken einer Kapitalbeteiligung an US-Cannabisunternehmen deutlich.

Der Markt in Missouri zählt mit einem geschätzten Volumen von 1,5 Milliarden Dollar zu den gewichtigeren in den USA. Dass nach zwei Jahren erst 21 Microbusiness-Lizenzen tatsächlich den Betrieb aufgenommen haben, zeigt, wie zeitaufwendig und bürokratisch der Prozess selbst nach erfolgreicher Lizenzvergabe sein kann. Die neuen Compliance-Vorschriften sollen hier Abhilfe schaffen, ob dies jedoch ausreicht, bleibt abzuwarten.

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